Gemälde von Wilhelm Völker über die Ermordung der Abgeordneten Auerswald und von Lichnowsky

Hessen im 19. Jahrhundert

„LAGIS in der Schule“ wurde vor dem Hintergrund des vieldiskutierten Einsatzes digitaler Medien im Schulunterricht konzipiert. In den Lehrplänen für die Schulen in Hessen wird gefordert, regionalgeschichtliche Quellen in den Unterricht mit einzubeziehen, in den Schulbüchern spiegelt sich dieses jedoch nur in geringem Maße wider.

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Nachdem die vorhandenen LAGIS-Module „Zeitgeschichte“ und „NS-Topografie“ bereits im Unterricht eingesetzt werden, setzt das Landesamt mit einem Quellenangebot zum 19. Jahrhundert Anfragen aus dem Bildungsbereich um.

Für das Modul „Zeitgeschichte in Hessen“ hat das Landesamt ein Modell entwickelt, das in mehrerlei Hinsicht die Anforderungen an die Qualität von Bildungsmedien erfüllt, die die Kultusministerkonferenz in der Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ formulierte. In den einzelnen Datensätzen des Moduls, die sich an den chronologisch fassbaren Ereignissen orientieren, wird das relevante und wissenschaftlich belegte Wissen zusammengestellt und mit Nachweisen und weiterführenden Informationen versehen. Durch die Einbeziehung von Quellen und zeitgenössischen Bilddokumenten werden zeitgemäße Formen der Vermittlung von landesgeschichtlichem Wissen umgesetzt.

Die Erweiterung des Betrachtungszeitraums auf das 19. Jahrhundert berücksichtigt alle im Kerncurriculum verbindlich festgelegten Themenfelder zum 19. und 20. Jahrhundert. Damit besteht die Möglichkeit, die Themen nicht nur an landestypischen Beispielen zu beleuchten, sondern die Niederschläge übergeordneter Ereignisse und Prozesse auch aus regionaler und lokaler Perspektive in den Blick zu nehmen.

Kern des Projekts ist die inhaltlich-fachwissenschaftliche Erarbeitung des zu vermittelnden Wissens, das im Wesentlichen auf zwei Säulen ruht. Zum einen wird zu wichtigen Themenbereichen des 19. Jahrhunderts wie der Revolution von 1848/49, der Reichsgründung oder der Industrialisierung eine umfangreiche Quellensammlung angelegt. Hierbei wird sowohl auf Repräsentativität als auch auf Regionalität Wert gelegt, um zu zeigen, dass große historische Ereignisse auch ihren Niederschlag in vermeintlich abgelegenen Gebieten hatten. Die hierfür ausgewählten Quellen werden jeweils im Original und einer Transkription angeboten und durch kurze einführende Texte ergänzt. Eine umfangreiche Anreicherung der einzelnen Datensätze mit normdatenbasierten Schlagworten (Orte, Personen, Sachbegriffe) gewährleistet zudem die Vernetzung zu anderen Angeboten innerhalb von LAGIS. Zum anderen wird die Chronologie wichtiger historischer Ereignisse auf dem Gebiet des heutigen Landes Hessen – wie sie schon für das 20. Jahrhundert besteht – auf das 19. Jahrhundert ausgedehnt. Dabei werden bedeutende Ereignisse in chronologischer Perspektive dargestellt, Hintergründe und Folgen geschildert sowie Quellen und Materialien zu den Daten präsentiert. Auch hier gilt der Anspruch auf Regionalität, was vor dem Hintergrund der Vielzahl der hessischen Staaten im 19. Jahrhundert vergleichende Betrachtungen einfach ermöglicht.

Das Vorhaben, das 2023 in einer ersten Ausbaustufe online gestellt wird, richtet sich an Schülerinnen und Schüler ebenso wie an Lehrende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Studierende sowie die interessierte Öffentlichkeit. Mit dem neuen LAGIS-Modul entsteht ein modernes und kontinuierlich erweitertes Angebot zur Geschichte Hessens und seiner Vorgängerstaaten im 19. Jahrhundert, das sowohl Daten und Fakten, als auch eine große Fülle an Originalquellen bietet.

Kontakt

Stefanie Funck M.A.

Wissenschaftliche Projektmitarbeiterin

Projekt: LAGIS in der Schule-Hessen im 19. Jahrhundert

Fax

+49 6421 24-24799

Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde
-Raum 02C08-
Wilhelm-Röpke-Straße 6c
35039 Marburg

Kontakt

Dr. Lutz Vogel

Akademischer Rat / Antikorruptionsbeauftragter

Zeitgeschichte, Hess. Jahrbuch, Hess. Biografie

Fax

+49 6421 28-24799

Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde
-Raum 02C04-
Wilhelm-Röpke-Straße 6c
35039 Marburg