Wissenschaftspreis würdigt vorbildliche Arbeiten zur hessischen Geschichte

Forschungen aus Kassel und Frankfurt zu Nationalsozialismus und Kirchengeschichte ausgezeichnet

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Wissenschaftspreis 2018
Staatssekretär Patrick Burghardt (2.v.l.) mit Kristin Langefeld (l.) und den beiden Preisträgern Dr. Martin Belz und Dr. Nadine Freund

Das Landesamt für geschichtliche Landeskunde hat in Zusammenarbeit mit dem HMWK die Verleihung des Wissenschaftspreises  "Hessische Geschichte und Landeskunde" am 5. Juni 2018 in Wiesbaden organisiert.

Die Pressemitteilung des HMWK finden Sie nachfolgend:

Wiesbaden. Staatssekretär Patrick Burghardt hat heute die diesjährigen Preisträger des Wissenschaftspreises „Hessische Geschichte und Landeskunde“ bekanntgegeben. Dr. Nadine Freund und Dr. Martin Belz haben vorbildliche Studien zu unterschiedlichen Themen über die hessische Landesgeschichte vorgelegt. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst vergibt die mit maximal 5000 Euro dotierte Auszeichnung alle zwei Jahre. Zudem stellte Kristin Langefeld, die erste „Hessen-Stipendiatin“, nach einem Jahr Förderung anläßlich des Festaktes ihre bisherigen Forschungsergebnisse vor.

Interesse für lokale Geschichte

Staatssekretär Patrick Burghardt: „Ich freue mich sehr über die rege Beteiligung an unserer Ausschreibung und die hohe Qualität der Arbeiten. Die eingereichten Beiträge zeigen, dass sich gerade viele junge Forscherinnen und Forscher für lokale Themen und die Geschichte Hessens interessieren und landeskundlichen Fragen auf den Grund gehen wollen. Ich gratuliere der Preisträgerin und dem Preisträger und wünsche Ihnen weiterhin spannende Erkenntnisse bei ihrer Arbeit.“

Das sind die Gewinner

Dr. Nadine Freund erhält 2.500 Euro für ihre Arbeit „Teil der Gewalt. Das Regierungspräsidium Kassel und der Nationalsozialismus“. Sie zeigt darin, wie deutschnationale und antisemitisch gesonnene Beamte als Vorbereiter der Nationalsozialisten gewirkt haben. Dafür wertete die Preisträgerin bisher unbekannte Schriftzeugnisse aus. Dr. Freund wurde 1978 in Fulda geboren und arbeitet mittlerweile am Institut für Zeitgeschichte München.
Mit ebenfalls 2.500 Euro wurde Dr. Martin Belz‘ Doktorarbeit prämiert. Sie trägt den Titel „Pfarreien im Wandel. Pastorale Konzepte, Partizipation der Laien und liturgische Erneuerung in Frankfurt am Main 1945 bis 1971“. Dr. Belz analysierte dafür Gemeinden unterschiedlicher sozialer Zusammensetzung im Wandel der Zeit: während der kirchenfeindlichen Haltung der Nationalsozialisten, in Phasen theologischer Aufwertung durch Laien bis hin zu neuen Konzepten gegen nachlassendes Interesse an der Kirche. Der Preisträger wurde 1983 in Frankfurt geboren und ist heute Studienleiter am Erbacher Hof, Akademie des Bistums Mainz.

Erste Hessen-Stipendiatin stellt Arbeit vor

Auf der Preisverleihung stellte zudem Kristin Langefeld ihr Forschungsprojekt vor. Sie wurde vor einem Jahr für das neue Hessen-Stipendium ausgewählt, das sich an Promotionsstudierende richtet, die in ihren Arbeiten die hessische Geschichte erforschen. Langefeld untersucht in ihrer Dissertation „Studentenkultur und akademischer Alltag – Zur Geschichte der Universität Marburg in der Frühen Neuzeit“ das Alltags- und Freizeitverhalten der Studenten. Dafür wertet sie unter anderem Matrikelbücher Gerichtsakten und viel noch unbekanntes Quellenmaterial im Universitätsarchiv Marburg aus.

Hessens Geschichte hat Spannendes zu bieten

„Die Hessische Geschichte hat viel Spannendes zu bieten – das haben die exzellenten Preisträgerinnen und Preisträger unseres Wissenschaftspreises Hessische Geschichte und Landeskunde heute und in den vergangenen Jahren bewiesen. Diese Erfahrung hat uns darin bestärkt, mit dem Hessen-Stipendium einen zusätzlichen Anreiz zu schaffen, sich intensiv mit der Historie unseres Landes zu befassen. Die Arbeit unserer Stipendiatin verspricht neue Erkenntnisse zur Geschichte der Philipps-Universität Marburg – ich bin gespannt auf die fertige Doktorarbeit“, so Staatssekretär Patrick Burghardt abschließend.

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